Ehrenbürger

Im 20. und 21. Jahrhunderts konnte der Ortsgemeinderat von Eschbach vier Persönlichkeiten die Ehrenbürgerrechte verleihen. Die so Geehrten haben sich durch ihr Engagement und ihr persönliches Wirken um die Ortsgemeinde besonders verdient gemacht. Nach den uns vorliegenden Aufzeichnungen waren dies die ersten Verleihungen seit Bestehen unserer Ortsgemeinde.

 Die erste Ehrenbürgerschaft erhielt Herr Pfarrer Karl Beil. Aus Anlass seiner Verabschiedung in den Ruhestand am 10.11.1975 wurde ihm von Herrn pfarrerBeilBürgermeister Claus Ranck die Urkunde überreicht. Geboren war Pfarrer Beil am 18.06.1902 in Hambach bei Neustadt, und am 01.07.1928 wurde er in Speyer zum Priester geweiht. Für sein fast 18-iähriees Wirken in Eschbach (1958-1975) würdigte ihn Claus Ranck nicht nur als vorbildlichen Priester,
sondern auch als väterlichen Freund. Seiner verständnisvollen Aufgeschlossenheit, seiner reichen Menschenkenntnis und seinem trefflichen Weitblick verdanke die Gemeinde unzählige Ratschläge und Anregungen. Auch ein bauliches Denkmal erinnert an seine Seelsorgerzeit in Eschbach: In den Jahren 1962/63 wurde der neue, 22 Meter hohe Glockenturm nördlich der Kirche neben dem Pfarrhaus errichtet. Der alte Dachreiter auf der Kirche war einsturzgefährdet und musste 1964 abgetragen werden. Pfarrer Beil verbrachte seinen Ruhestand in Edenkoben und zuletzt in Landau, wo er am 15.10.1992 verstarb. Seine Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof in Hambach.

 

Im Dezember 1982 stimmte der Ortsgemeinderat von Eschbach einstimmig dem Vorschlag zu, Herrn Pfarrer i.R. und Geistlicher Rat Albert Weigel pfarrerWeigelzum Ehrenbürger von Eschbach zu ernennen. Albert Weigel betreute für 3 1/2 Monate (1975/76) die Pfarrei Eschbach als Pfarrverweser. In dieser Zeit fand er im Pfarrarchiv interessante Archivalien vor, die er zusammen mit weiterem Quellenmaterial zu einer „Geschichte der Pfarrei Eschbach“ zusammenfasste. Im November 1982 wurde das 112-seitige Werk herausgegeben. Pfarrer Weigel war am 12.12.1902 in Böllenborn geboren, und die Gemeinde Eschbach nahm seinen 80.Geburtstag zum Anlass, ihn mit der Ehrenbürgerschaft zu beehren. In einer von der katholischen Pfarrei St. Maria und der Stadt Landau vorbereiteten Feierstunde überreichte Herr Bürgermeister Manfred Bender dem Jubilar die Urkunde über das Ehrenbürgerrecht. Auch die Stadt Landau hatte ihn schon zu einem früheren Zeitpunkt zum Ehrenbürger ernannt. Pfarrer Weigel verstarb am 29.03.1985 in Landau und wurde im Priestergrab auf dem Stadt Friedhof in Landau beigesetzt.

 

 

Besonders stolz sind wir Eschbacher auf unseren dritten Ehrenbürger, Pfarrer i.R. Otto Thomas. In den Jahren 1979 bis 1997 durften wir mit Pfarrer pfarrerThomasThomas eine Epoche verbringen, die in sehr angenehmer Erinnerung bleibt. Er wurde bereits 1993 durch einstimmigen Beschluss des Gemeinderates zumEhrenbürger von Eschbach ernannt. Als ein Priester, der Liebe ausstrahlt und sich als Anwalt der Schwächeren in der Gesellschaft versteht, wurde er bei der Feierstunde aus Anlass des 40. Jahrestages seiner Priesterweihe gewürdigt. Bei der Überreichung der Ehrenbürgerschafts-Urkunde durch Herrn Ortsbürgermeister Hugo Steinmüller sprach dieser von einer aufopferungsvollen priesterlichen Arbeit, bei der Pfarrer Thomas stets auch ein vorbildlicher Bürger der politischen Gemeinde sei. Aufgeschlossenheit, Menschenkenntnis und Weitblick seien Eigenschaften dieses Seelsorgers, von denen auch die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Gemeindeverwaltung profitiere. Pfarrer Thomas hat Zeichen gesetzt: Auf seine Initiative hin wurde 1985 ein Pfarrheim gebaut, und mit diesem Bauwerk hat das Dorf einen Mittelpunkt seines religiösen Lebens erhalten. Kaum war dies vollendet, ging er daran, das Gotteshaus renovieren zu lassen, was ein Jahrhundertwerk war. Pfarrer Thomas verstand es, uns deutlich zu machen und unser Verständnis dafür zu wecken, dass einerseits das Alte bewahrt werden muss, aber andererseits man sich dem Neuen nicht verschließen darf. Aus diesem Grundsatz heraus gelang die Renovierung überzeugend. Pfarrer Otto Thomas wurde am 22.09.1927 in Stein geboren und am 05.07.1953 in Speyer zum Priester geweiht. Seit Beendigung des aktiven Dienstes lebt er in seiner Heimatgemeinde Stein, wo er am 06.07.2003 aus Anlass seines ,,Goldenen Priesterjubiläums“ mit einer großen Festgemeinde einen wunderschönen feierlichen Gottesdienst feiern konnte.  Pfarrer i.R. Otto Thomas verstarb am 13. Februar 2006 im Alter von 78 Jahren.  Beigesetzt wurde er am 18. Februar auf dem Friedhof in Stein.

 

Am 9. Januar 2011 wurde die Ehrenbürgerwürde von Eschbach erstmals an einen Kommunalpolitiker verliehen. Mit Hugo Steinmüller reiht sich ein 11.05.11 von Josy Bergantino Eschbach(2)Bürgermeister a.D. auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderates vom 9. November 2010 in die Reihe der Ehrenbürger ein. „Wäre Hugo Steinmüller nicht Bürgermeister, Lehrer und Politiker geworden – dann bestimmt Diplomat. Er besitzt die Fähigkeit, überzeugende Kompromisse zu finden“, lobte Landrätin Theresia Riedmaier den Jubilar beim Empfang im Eschbacher Pfarrheim zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde. In seiner Laudatio beschrieb Bürgermeister Klaus Christ Steinmüllers unermüdliches Wirken in kommunalpolitischer und kultureller Hinsicht. So war Steinmüller von 1984 bis 2004 Bürgermeister, Mitglied im Gemeinderat und Fraktionsvorsitzender der CDU im Verbandsgemeinderat. Sein besonderes Augenmerk galt immer der Stärkung der Dorfgemeinschaft und so wundert es nicht, dass er in fast allen Vereinen Mitglied ist und sie aktiv unterstützt, wie z.B. den Madenburgverein als stellvertretender Vorsitzender, den Kulturverein als Gründungsvorsitzender  oder auch bei der Katholischen Kirchengemeinde ist er Mitglied im Verwaltungsrat. Die Entwicklung des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens von Eschbach war ihm ein besonderes Anliegen. Durch sein Engagement und seine positiven Impulse entstand innerhalb der einzelnen Gruppierungen ein tiefes Gefühl der Zusammengehörigkeit, das weit über die Gemeinde hinaus Bewunderung erfuhr. Bei der Dorfentwicklung und -verschönerung hat er herausragende Akzente gesetzt – ob bei dem künstlerisch bedeutsamen Eschbacher-Rutsch-Brunnen, der Neugestaltung der Dorfeingänge, der Gestaltung der liebenswerten Gässchen und Plätze, der Erschließung eines Neubaugebietes, dem Um- und Ausbau der ehemaligen Schule zum Rathaus u.v.m. – alles trägt seine unverwechselbare Handschrift – nicht zu vergessen die Ausrichtung der denkwürdigen 750-Jahr-Feier mit der „Eselei der besonderen aRT“! Viele Auszeichnungen, wie die Goldene Wappennadel des Kreises SÜW, die goldene Ehrenplakette der VBG-Landau-Land, die Ehrengabe der Gemeinde Eschbach, die goldene Ehrennadel des ASV oder die Ehrenmitgliedschaft bei der Theatergruppe „Die Schloßberg-Hasen“ wurden ihm zuteil. „Mit dieser höchsten Würdigung die eine Gemeinde vergeben kann, wird das in vielfältiger Weise herausragende Wirken für unser Gemeinwesen gewürdigt – ein Engagement, das vorbildlich und immer nur am Wohle seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger orientiert ist“, mit diesen Worten schloss  Bürgermeister Christ seine Laudatio zu Ehren von Hugo Steinmüller.