Die Katastrophe ist ausgeblieben

27 Mai

Eschbach: Vor 250 Jahren droht eine Überschwemmung, Eschbach zu zerstören – Auch in diesem Jahr danken die Einwohner dem heiligen Johannes von Nepomuk

Von Paul Kleiner

Am kommenden Dienstag, 2. Juni, jährt sich die Beinahe-Katastrophe zum 250. Mal: Eine Überschwemmung, verursacht durch heftige Regengüsse, drohte die Gemeinde Eschbach völlig zu zerstören. In ihrer Not gelobten die Eschbacher, von nun an jedes Jahr den heiligen Johannes von Nepomuk mit einer Messe zu ehren, wenn sie von der Zerstörung verschont blieben.

Er gilt als Schutzpatron gegen Wassergefahren: Johannes von Nepomuk (1350−1393). Als Unglück1vor 250 Jahren eine Überschwemmung Eschbach bedrohte, kamen die Bewohner zusammen und gelobten, des 1729 Heiliggesprochenen künftig jährlich mit einer Messe und einer anschließenden Prozession zum „Bildhäusel“ oder einem Fest in der Kirche zu gedenken − wenn er sie nur vor der Katastrophe beschütze.Das „Bildhäusel“ ist eine kleine Waldkapelle auf halbem Weg zwischen Eschbach und der Madenburg. Bereits 1766 errichteten die Eschbacher dort zum Dank eine Nepomuk-Statue. Die Inschrift lässt sich wie folgt übersetzen: „Statue zu Ehren des heiligen Johannes von Nepomuk, als Wundertäter auf der ganzen Welt bekannt, von der Gemeinde Eschbach aufgrund eines Gelübdes im Jahre 1766 gestiftet, da eine Überschwemmung, verursacht durch heftige Regengüsse, die Unversehrtheit des Ortes am 2. Juni 1765 bedrohte.“

Im Ratsprotokoll vom 16. Mai 1817, das im Eschbacher Dorfbuch ist Folgendes zu lesen: „Vor ungefähr 50 Jahren hat die Gemeinde Eschbach ein Amt zu Ehren des heiligen Johannes von Nepomuk gestiftet und durch den Adjunkt Nicolaus Schwartz festgesetzt wegen Überschwemmung.“

Seit diesen Tagen wird in Eschbach am 16. Mai, dem Gedenktag des Heiligen, eine Messe mit Prozession am Bildhäusel gefeiert. Früher war der Tag ein örtlicher Feiertag, an dem keine Arbeiten verrichtet wurden und die Kinder schulfrei hatten.Unglück2

In diesem Jahr fand die Messe am 17. Mai statt. Pater Damian ging in seiner Predigt auf die Wirkung des Gebets ein, das heute noch die gleiche Bedeutung habe wie im Jahr der ausgebliebenen Katastrophe. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm die Musikkapelle Göcklingen unter Leitung von Alfred Wittmer.

 

Quelle:

Ausgabe Die Rheinpfalz – Marktplatz Regional Landau Bad Bergzabern – Nr. 120
Datum Mittwoch, den 27. Mai 2015
Seite 705